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Betreuungsstelle

Gesetzliche Betreuung – was ist das?

Das Betreuungsrecht ist eine besondere Form staatlicher Rechtsfürsorge. Für erwachsene Menschen, die aufgrund einer psychischen oder einer erheblichen körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst regeln können, kann das zuständige Amtsgericht eine rechtliche Betreuung einrichten.

Eine Betreuung können Sie für sich selbst beantragen oder diese für betreuungsbedürftige Angehörige anregen. Ein Antrag oder einer Anregung ist beim zuständigen Amtsgericht einzureichen.  Die Bestellung einer rechtlichen Betreuung erfolgt nur dann, wenn die erforderliche Hilfe nicht auf andere Weise, wie z. B. durch die Unterstützung von Familienangehörigen, Bekannten, Freunden oder durch ambulante Dienste erfolgen kann (andere oder vorrangige Hilfen).

Eine Betreuerbestellung ist auch dann nicht erforderlich, wenn die/der Betroffene vor Eintritt des Betreuungsfalls Vorsorgemaßnahmen (z.B. Vorsorgevollmacht) getroffen hat.

Grundsätzlich gilt: Gegen den Willen eines volljährigen Menschen darf keine Betreuung angeordnet werden. Seit der Reform des Betreuungsrechts im Jahr 2023 steht dabei der Wille der betroffenen Person stärker im Mittelpunkt: Entscheidungen sollen so weit wie möglich im Sinne und nach dem Wunsch der betreuten Person getroffen werden.

Bei der Auswahl eines Betreuers sollen die Angehörigen und nahstehenden Personen des /der Betroffene(n) vorrangig berücksichtigt werden. Ehrenamtlich können diese die Betreuung übernehmen. Wenn im nahen Umfeld keine geeignete Person zur Verfügung steht, wird die Übernahme der rechtlichen Betreuung von freiwilligen, ehrenamtlichen Betreuern oder von beruflichen Betreuern sichergestellt.

Wenn auch Sie Interesse haben, sich ehrenamtlich oder beruflich um die Regelung der rechtlichen Angelegenheiten einer Person zu kümmern, welche dies aufgrund einer Krankheit oder Behinderung selbst nicht mehr kann, wenden Sie sich gerne an die Betreuungsstelle der Stadt Osnabrück oder an die örtlichen Betreuungsvereine.

Leistungsbeschreibung

Die Betreuungsstelle bietet umfassende Unterstützung für Betroffene, Angehörige und ehrenamtliche Betreuer.

Zu den Aufgaben der Betreuungsstelle gehören:

  •          Unterstützung des Betreuungsgerichts im Betreuungsverfahren
  •          Aufklärung und Beratung über Möglichkeiten der Vorsorge (Vollmachten, Betreuungsverfügungen, Patientenverfügungen)
  •          Beglaubigung von Unterschriften auf Vollmachten
  •          Beratung und Unterstützung betroffener Personen und die Vermittlung betreuungsvermeidender Hilfen
  •          Gewinnung von ehrenamtlichen und beruflichen Betreuern
  •          Planung und Durchführung von Informationsveranstaltungen zum Thema „Rechtliche Betreuung“ oder Vorsorge

Betreuungsverfahren

Betroffene können beim Amtsgericht Osnabrück - Betreuungsgericht - einen Antrag auf Einrichtung einer rechtlichen Betreuung stellen. Ebenso kann eine rechtliche Betreuung durch Dritte beim Gericht angeregt werden. In einem fachärztlichen Attest oder Gutachten muss dargelegt werden, dass der Betroffene seine Angelegenheiten aus gesundheitlichen Gründen nicht allein regeln kann. Das Betreuungsgericht ermittelt, in der Regel durch Beteiligung der Betreuungsstelle, ob die Voraussetzungen für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung vorliegen und wer geeignet ist, die rechtliche Betreuung zu übernehmen. Nach einer persönlichen Anhörung durch das Betreuungsgericht und der Auswertung aller Fakten, wird die Entscheidung des Gerichtes in einem Beschluss bekanntgegeben.

Die Kontaktdaten des Amtsgerichts Osnabrück finden Sie unten in den Links.

  •          Für die Beglaubigung einer Vorsorgevollmacht fallen Gebühren in Höhe von 10 Euro an.
  •          Hinsichtlich weiterer Informationen anfallender Gebühren im Rahmen des Registrierungsverfahrens als Berufsbetreuer wenden Sie sich bitte an die Mitarbeitenden der Betreuungsstelle.